Rede des 1. Vorsit­zenden zum Jubiläum

Festrede 1.BAC am 11.12.2015
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Sehr geehrte Damen und Herren, verehrte Gäste,

liebe Clubfreude

 

90 Jahre, was für ein Geburtstag!!!

Es gehört nun mal zu einem Jubiläum, einen Rückblick auf die Geschichte des Jubilars zu halten und allzu oft geschieht dies in einer langen Aufzählung von Daten und Anekdoten.

 

Lassen Sie mich bitte davon Abstand nehmen. In dieser Fest- rede möchte ich nur einen Blick auf die Entste­hungs­ge­schichte und die Entwicklung unseres 1.Bruchsaler Automo­bil­clubs bringen, auf dessen Aktivi­täten wir heute mit Stolz zurück­blicken können.

 

Was wir heute als Gründung des 1.BAC feiern, wurde an einem denkwür­digen Tag des Jahres 1925 durch einige wenige Bruch­saler Bürger – bekannt sind noch die Namen der Herren Willi Spitz, Dr. Sulzberger, sowie die Herren Weinberger und Herzon – im weißen Saal des damaligen Hotels Fried­richshof beschlossen.

 

Seit Oktober 1924 hatten sich begeis­terte Motor­risten unter Vorsitz von Professor Dehof zum Motor­fahrer Club Bruchsal zusam­men­ge­schlossen. Als dieser 1925 beschloss, den Deutschen Motor­sport Verband beizu­treten, trennte sich ein Teil der Mitglieder und suchte den Anschluss an den Allge­meinen Deutschen Automobil Club und gab sich den Namen „Ortsclub Bruchsal im ADAC

 

Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt wissen, dass in dieser Stunde der Grund­stein zu einem der größten Ortsclubs in Nordbaden gelegt wurde, der nach ADAC Unter­lagen im Jahr 1989 „516“ Mitglieder zählte. Das war aller­dings die größte Mitglie­derzahl des 1.BAC.

Heute zählt der Club, nach EDV-Liste vom 19.01.2015 noch 243 aktive und nicht­aktive Mitglieder.

 

Über die Hinter­gründe des Entschlusses, kann man heute nur speku­lieren, da alle Unter­lagen bis zum Ende des 2.Weltkrieges dem Boben­an­griff am 1.März 1945 in Bruchsal zum Opfer fielen.

 

Vielleicht hat aber nicht unwesentlich, der für die damalige Zeit rasante Sport­wagen „Diabolo“ beige­tragen, der 1925 in der Bruch­saler Signal­an­stalt (später Siemens) gebaut wurde und mit dem einige Mitglieder an natio­nalen und inter­na­tio­nalen Fahrten teilge­nommen haben.

 

Mit der politi­schen Verän­derung 1933 wurden ein Jahr später die Vereine dem Natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Kraft­fahr­korps (NSKK) zugeordnet, so auch der ADAC mit seinen Struk­turen. Die Vorsit­zenden der damaligen Zeit waren zunächst Willi Müller und später Josef Gabriel.

 

Der 2. Weltkrieg setzte dann den motor­sport­lichen Aktivi­täten ein jähes Ende, bis unter einigen alten Mitgliedern der Entschluss reifte, den Club wieder zu neuem Leben zu erwecken. Das geschah vor 58 Jahren, am 14. Februar 1957.

 

Von diesem Abend besteht zwar kein offizi­elles Protokoll mehr, doch lassen sich bis in die heutige Zeit die Namen dieser Männer zurück­ver­folgen.

 

Apotheker Heinrich Mohr„ Dr. Oskar Ehrler, Hanns Buhlen, Pauk Kades, Adolf Lang, Dr. Immer­schnitt,  Dr. Werner Schmitt und Gerd Baumann.

Die Genannten haben uns schon lange für immer verlassen, aber möge diese Stunde auch Anlass sein, in Dankbarkeit dieser Männer zu gedenken, die sich damals bereit gefunden haben, einen neuen Anfang zu wagen.

Einen neuen Anfang als 1.Bruchsaler Automobil Club im ADAC.

 

Waren es früher zu Zeiten unseres verstor­benen langjäh­rigen Vorsit­zenden und Ehren­vor­sit­zenden, Max Baumann, die Höhepunkte des Clubjahres motor­sport­liche Veran­stal­tungen, Gesell­schafts­reisen und der Jahres­ab­schlussball in der Oase, die es heute nicht mehr gibt, hat sich mit der Zeit ein Wandel vollzogen.

 

Aktiver Motor­sport ist heute, in Zeiten des Kommerz, für eine Privat­person ohne Sponsoring oder Privat­ver­mögen eine finan­zielle Heraus­for­derung geworden.

Dazu kommt der Wandel in der Gesell­schaft, wo Einzel­inter- essen immer mehr in den Vorder­grund rücken und der Einsatz in der Gemein­schaft an Dominanz und Dynamik verlieren.

 

So ist es nicht verwun­derlich, dass wir im Club nur noch 4 aktive Motor­sportler haben, die in der DHM Classics Side Car Racing Motor­sport betreiben und es neben stets guten Platzie­rungen sogar zur Deutschen Meister­schaft gebracht hatten.

Auch 2015 ist in der Endab­rechnung für Andre Hambsch mit Platz 3, ein Platz auf dem Treppchen erreicht worden.

 

Dazu gratu­liere ich an dieser Stelle nochmals ganz herzlich.

 

Mit den Jahren haben sich nicht nur die Zeiten und die Alters­struktur im Club geändert, sondern auch die Aufgaben.

Der Motor­sport hat noch immer seinen Platz im Club, aber nicht mehr die absolute Dominanz.

 

Andere Betäti­gungs­felder haben sich erschlossen, die dem Club in der Familie des ADAC Nordbaden ein umfang­reiches Wirken ermög­lichen. So unter­stützen wir den ADAC

  •  in den Bemühungen für mehr Verkehrs­si­cherheit
  •  begleiten Jugend­fahr­rad­tur­niere
  •  führen die Aktion Sicher­heits­westen für Erstklässler in Bruchsal durch
  •  sind bei der Winter­rei­fen­börse engagiert
  •  unter­stützen den ADAC bei Großver­an­stal­tungen
  •  führen jährlich Weiter­bildung in Erste Hilfe mit ausge­bil­deten Fachper­sonal durch
  •  betreuen unsere Mitglieder, auch im Kranken­stand
  •  infor­mieren über gesetz­liche Verän­de­rungen im Verkehr und rund um´s Auto
  •  pflegen die Gesel­ligkeit
  •  vertiefen Kontakte zu anderen Clubs
  •  bieten in Jahr 6 Vorträge zu aktuellen und inter­es­santen Themen an
  •  führen jährlich 2 Tages­fahrten durch
  •  unter­stützen unsere Sport­fahrer nach Haushaltslage und
  •  sind stets bemüht, die berech­tigten Forde­rungen des ADAC auf kommu­naler Ebene trans­parent zu vertreten

 

Meine Damen und Herren,

 

90 Jahre 1. Bruch­saler Automobil Club im ADAC

Frohe und schwere Stunden in der Geschichte eines Clubs, auf den wir alle stolz sein können.

Frohe Stunden, gemeinsame Unter­neh­mungen an die wir gerne zurück denken.

 

 

Aber wir wollen in dieser Stunde auch  der Mitglieder gedenken, die von uns gehen mussten.

  • an die Verstor­benen,
  • an die im 2. Weltkrieg gefal­lenen
  • und an die, die am 1. März 1945 in Bruchsal dem Bomben­hagel zum Opfer fielen
  • wir kennen nicht alle Namen, aber sie waren Teil unseren 1.BAC
  • wir wollen sie nicht vergessen

 

Meine Damen und Herren,

 

In wenigen Tagen ist das Jahr 2015 Vergan­genheit und wir richten unseren Blick bereits auf das kommende Jahr.

Ruhigen Zeiten werden wir offen­sichtlich nicht entgegen blicken können, denn

  •  mit der Ukrai­ne­krise
  •  der Syrien­pro­ble­matik
  •  dem Aufkommen des islami­schen Terrors in Nord- und Zentral­afrika, sowie im Mittleren Osten
  •  den nicht enden wollenden Flücht­lings­strömen
  •  um nur einige wenige Problem­felder anzureißen

 

steht Europa vor besorg­nis­er­re­genden Heraus­for­de­rungen.

 

Hoffen wir auf eine glück­liche Hand und weisen Entschlüssen der Politiker in aller Welt.

 

Mir bleibt zum Schluss mein Dank an alle Vorstands- und  Nicht­vor­stands­mit­glieder zu sagen, die dazu beige­tragen haben den heutigen Tag für uns so erlebenswert zu gestalten.

 

Mag es auch den Einen oder Anderen verfrüht vorkommen,

so darf ich Ihnen heute schon ein fried­volles Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Lieben, einen schönen Jahres­übergang und ein von Gesundheit und Wohlbe­finden beglei­tetes Jahr 2016 wünschen.